Lyrics
Es war einmal ein schöner Mann, böser Mann
Nennen wir ihn Gustav
Der lebte in Marienbad, schöne Stadt
Bis der Krieg dort ankam
Und dem Mann alles nahm
Der Traum vom guten Leben hier
Zu Asche verbrannt
Neunzehnsechsundvierzig, Flucht und Vertreibung
Gustav blieben nur die Kleider am Leib und
Fünf hungrige Mäuler, die es zu stopfen galt
Immer öfter war die Hand, die füttert jetzt zur Faust geballt
Sie schickten Gustav in ein Kaff
Am Arschende von nirgendwo
Dort wurde er bis an sein Ende
Seines Lebens nicht mehr froh
Am Ende der Straße, ein kleines altes Haus
Zukunft raucht dort zum Schornstein raus
Alles was er je gelernt
War plötzlich nichts mehr wert
Dort wo er jetzt hinging
Hatten sie vom Kino nie gehört
Alle seine Filme blieben in Marienbad
Vergangenheit verglühte
Wie ein Film im Vorführapparat
Ein Schritt vorwärts, zwei zurück
Schwarze Blasen warf sein Glück
Er konnte alles bauen
Und alles reparieren
Stets tadellos gekleidet
Vorbildliche Manieren
Doch innerlich begrub er alle Träume
Einen nach dem anderen, Tag um Tag, Jahr um Jahr
Altes Leben nicht mehr da
Im Dorf waren sie Außenseiter
Seele starb, Herz schlug weiter
Und im Tornister
Der ihm gegeben
Hundert Tonnen schwer
Ein ungelebtes Leben
Am Ende der Straße, im kleinen, alten Haus
Die Decken viel zu niedrig, die Wände schrecklich schief
Und alles viel zu eng, da
rastet Gustav schon mal aus
Schlägt mit der geballten Faust
Kleine Kinderzähne aus
Hoffnung schwand, Zorn wuchs weiter
Wie ein Herz voller Eiter
Und im Tornister
Der ihm gegeben
Tausend Tonnen schwer
Ein ungelebtes Leben
Und im Tornister
Der ihm gegeben
Hunderttausend Tonnen schwer
Ein ungelebtes Leben
Gustav hat die Kinder kaputtgeschlagen
Die Brüder und die Schwestern auch
Mit der geballten Faust
Und meinen Vater auch
Und meinen Vater auch
Gustav, das Dreckschwein
Gustav, das Dreckschwein
Gustav, das Dreckschwein
Gustav, das Dreckschwein
Gustav, das Dreckschwein
Gustav, das Dreckschwein
Gustav, das Dreckschwein
Gustav, das Dreckschwein